Die Entstehung der City Nord

Die City Nord ist das einzige Bauprojekt Deutschlands, das in dieser Größenordnung mit einer zum städtebaulichen Gestaltungsprinzip gehörenden Grünanlage realisiert wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges standen Hamburgs Stadtplaner neuen Herausforderungen gegenüber. Der Innenstadtbereich platzte mittlerweile aus allen Nähten und war zu klein für große Konzerne und Verwaltungen geworden. Eine weitere Belastung konnte die Hamburger City nicht mehr verkraften. Da Konzerne für ihre Gebäude große Flächen beanspruchten, die kommunikativ auch nicht in das Hamburger Innenstadtleben passten, suchten Hamburgs Stadtplaner nach einer anderen Möglichkeit.

Die ausschlaggebende Idee brachte Werner Hebebrand, Hamburgs damaliger Oberbaudirektor, 1958 von einem Besuch in New York mit: die Idee zu einer zweiten Geschäftsstadt. Ähnlich wie im Central Park in Lower Manhattan sollten sich die Unternehmen mit ihren Verwaltungen in einem „Commercial Park“ ansiedeln.

Der Flächennutzungsplan von 1960 sah ein System von mehreren zentralen Orten für Dienstleistungs- und Versorgungseinrichtungen vor. Dazu zählte auch ein Grundstück nördlich des Winterhuder Stadtparks, das der Stadt gehörte und als Untersuchungsgebiet ausgelobt wurde.

Die optimale Lage des Standortes für die zukünftige City Nord war damals ein wesentliches Kriterium und ist auch heute noch einer der Vorteile, die die Bürostadt für Unternehmen attraktiv macht: ihre Nähe zur Innenstadt und zum Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel, die gute Anbindung zum öffentlichen Personennahverkehr und die direkte Nachbarschaft zum Hamburger Stadtpark.

Mit einer Größe von 117 Hektar bot das Gelände Platz für 30 bis 40 Verwaltungsgebäude und eignete sich damit bestens für den Bau einer Bürostadt. Hiermit konnte der innerstädtische Ballungsraum mit 200.000 Beschäftigten entlastet und die Verkehrssituation entschärft werden. Die Innenstadt blieb mit ihrer einzigartigen Alster- und Elbsituation erhalten. Keine Hochhäuser sollten die Stadtsilhouette beeinträchtigen. Den Drohungen der Unternehmen, aus Hamburg wegzuziehen, war damit entgegnet. Interesse an mehr Details?

 

City Nord unter Denkmalschutz

Seit dem 1. Mai 2013 ist es amtlich – mit Inkraftreten des neuen Denkmalschutzgesetzes nach dem „Ipsa-Lege“-Prinzip (Lat.: Das Gesetz für sich selbst) ist die City Nord ein Denkmal. Als konstituierende Bestandteile gelten folgende Gebäude: das Allianz-Haus (ehemals ESSO), das Bürohaus Kapstadtring 1 (ehemals Claudius Peters AG), die EDEKA Zentrale, Tchibo mit dem ehemaligen IBM-Haus, ERGO mit dem ehemaligen Shell-Haus und das Vattenfall-Gebäude. Darüber hinaus sind die Straßen, die Fußgängerbrücken und der City Nord Park unter Schutz gestellt. Ingesamt besteht für die City Nord Ensemble-Schutz.

Für die betroffenen Häuser in der City Nord beginnt nun die Feinabstimmung mit dem Denkmalschutzamt. Den Eigentümern liegt daran, ihre Häuser auch weiterhin den gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen an ein modernes Arbeitsumfeld und eine moderne Haustechnik anpassen zu können. Lange Jahre hatten wir uns im Namen der Grundeigentümer gegen einen Denkmalschutz in der City Nord ausgesprochen. Dabei war uns der Erhalt der City Nord als einzigartige Bürostadt mit den architektonischen Elementen der Moderne immer wichtig.

Vereinbarungen, die bereits im Jahr 2003 mit dem Denkmalschutzamt geschlossen worden waren, werden nun als Grundlage für die neuen Verträge berücksichtigt.  Wir setzen auf die gute Kooperation mit dem Denkmalschutzamt, das sich in der Vergangenheit flexibel im Umgang mit den Gebäuden zeigte. So mit seiner Zustimmung etlicher Bauvorhaben beispielsweise im Hause Vattenfall, mit der Handhabung der Revitalisierung des Allianz-Hauses und nicht zuletzt mit dem ehemaligen BP-Haus, das – zunächst unter Denkmalschutz gestellt – nun bis auf wenige Rohbauelemente komplett neu gestaltet werden darf.