Neues aus der City Nord

Fernkältewerk rüstet auf

Die technische Modernisierung wird gefördert aus Mitteln des EFRE, ein Strukturfond der Europäischen Union.

Mit großartiger Präzession hob der Teleskopkran am 5. Februar – einem kalten, aber sonnigen Wintertag – zwei neue Kältemaschinen vom Schwertransporter. Die spektakuläre Ansicht der beiden Maschinen, die mit jeweils zwölf Tonnen Gewicht und einer Länge von sieben Metern an den Stahlseilen baumelten, währte jedoch nur kurz.

Recht zügig waren sie vor dem Tor des Fernkältewerks abgesetzt. Alsdann begann das langsame Einschieben in den gerade erst fertiggestellten Anbau des Fernkältewerks und die millimeterweise Zirkulation der beiden Kolosse. Mit einem Gabelstapler wurde ein bisschen hier und dort gedrückt, mit anderem Gerät gezogen und justiert. Die beiden Maschinen mussten auf engstem Raum um 90 Grad gedreht werden, um zu ihrem Platz zu gelangen.

Dabei waren diese Kältemaschinen erst die Vorhut eines weit schwereren Transports, der aber erst im kommenden Jahr erwartet wird. Insgesamt werden vier neue Kältemaschinen, die alle in Dänemark gefertigt werden, veraltete Technik ersetzen. Sie stammt teilweise noch aus dem Jahr 1974 – fast aus der Gründungszeit. Das Fernkältewerk in der City Nord wurde bundesweit als erstes Werk dieser Art im Jahr 1968 in Betrieb genommen.

Die jetzige Lieferung beinhaltete die beiden kleineren Maschinen. Jede verfügt über eine Kälteleistung von 2.000 kW. Die zweite Lieferung wird zwei größere Kältemaschinen mit einer Kälteleistung von jeweils 5.000 kW umfassen. Zusammen ersetzen sie im Halbwerk 2 zwei alte Maschinen mit der gleichen Kälteleistung, operieren jedoch sehr viel energieeffizienter und umweltfreundlicher.

So beträgt die elektrische Leistung, die für die Kälteerzeugung benötigt wird, bei den beiden kleineren Maschinen jeweils nur noch 380 kW. Der Wert ist dem sogenannten Auslegungslastpunkt im Sommer zugrunde gelegt. In dieser Zeit ist im Fernkältewerk Hochbetrieb.

Auch optimieren die neuen Maschinen den Teillastbetrieb, der zuvor nur mit dem Halbwerk 1 möglich war. Dank der neuen Rückkühler, die im November 2019 auf dem Dach des Fernkältewerks installiert wurden, kann nun die äußere Winterkälte sehr viel besser genutzt und in das Fernkältenetz über Wärmetauscher eingespeist werden. Das bedeutet, dass an kalten Tagen die Kältemaschinen erst gar nicht gefahren werden müssen.

Das ist gut für die Umwelt. Mit dem Einsatz der neuen Technik rechnet die Betreibergesellschaft Wärme Hamburg damit, dass die CO2-Emissionen jährlich um 950 Tonnen reduziert werden können.