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05.01.2016 09:53 Alter: 3 yrs
Von: Sylvia Soggia

Plandiskussion Winterhude 71


Die Oberpostdirektion kurz nach ihrer Fertigstellung 1977. Foto: Hamburgisches Architekturarchiv.

Die Neuplanung nach den Entwürfen des Büros KBNK Architekten. Foto: KBNK Architekten / Bloom Images

Der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord lädt am Donnerstag, den 7. Januar 2016, um 19 Uhr zu öffentlichen Plandiskussion des Bebauungsplans Winterhude 71 ein. Veranstaltungsort ist das Bürogebäude am Überseering 35, Raum Bremen. Ab 18 Uhr kann das Anschauungsmaterial eingesehen werden.

Mit dieser öffentlichen Diskussion möchten die Stadtplaner die Öffentlichkeit frühzeitig über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung informieren. Unterschiedliche Lösungsansätze und die voraussichtlichen Auswirkungen der Planungen werden aufgezeigt. Besucher erhalten die Gelegenheit, sich zu den Entwürfen zu äußern.

Die ehemalige Verwaltung der Oberpostdirektion wurde in den Jahren 1974 bis 1977 nach den Plänen von Gerhard Weber und Georg Küttinger (München) errichtet. 2006 verkaufte die Post das Gebäude und zog suggessive die Mitarbeiter aus.

Die nachfolgenden Eigentümer vermochten nicht die frei gewordenen Flächen neu zu vermieten. Zudem wurde in die Instandhaltung des Gebäudes nicht mehr investiert. Der Brandschutz entspricht nicht mehr heutigen Standards, so dass 2011 das Gebäude sogar zwangsgeräumt werden musste. Für die verbliebenen 150 Postmitarbeiter wurde ein Teilbereich temporär saniert. Die restlichen Flächen aber standen nicht mehr für eine Vermietung zur Verfügung.

Zum Ende des Jahres 2015 lief nun der letzte Mietvertrag aus. Der Abriss der Postpyramide steht kurz bevor.

Die Postpyramide polarisierte von Beginn an. Aus dem Architektenwettbewerb ging der Entwurf als 2. Sieger hervor. Der Jury fiel es schwer dieser Gebäudeform zuzustimmen. Ebenso schwer fiel es den Postmitarbeitern sich mit ihrer neuen Verwaltung zu identifizieren. Es lag zum Teil am krassen Gegensatz, den das Gebäude zur vorherigen Verwaltung am Stephansplatz beschreibt, zum Teil an den irritierenden Gebäudeachsen, die in Verlängerung von den Erschließungsdreiecken keiner eindeutigen Himmelsrichtung folgen. Ein Gebäude zum Verlaufen, so beschrieben es viele Mitarbeiter.

In der Öffentlichkeit ist die Oberpostdirektion eher als Postpyramide oder Affenfelsen bekannt. Die Wahrnehmung entspricht einem Sinnbild veralteter Beton-Baukultur, wenn auch in markanter Form. Ein prägendes Element für die gesamte City Nord, das die Bürostadt jedoch eher negativ als positiv beeinflusst.

Nach langem Hin und Her, der auch Planungen für eine Modernisierung der Postpyramide vorausgingen, entschied sich nun der "Investor Benino Investments Limited & Co. Objekt Überseering KG" für eine komplette Neuplanung auf dem 28.000 Quadratmeter großen Areal. Hier sollen nun Wohnungen und Büros entstehen.

Der Abriss der Postpyramide, die nicht unter Denkmalschutz steht, soll schon im Frühjahr erfolgen. Mehr Informationen zur Plandiskussion und dem Bauvorhaben hier.